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16.11.22

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Wir reden weiter über Luft - Interview mit Christophe Lucereau von Igienair

Vorstellung

Christophe Lucereau ist seit 10 Jahren geschäftsführender Gesellschafter der Igienair GmbH, die seit 2003 als Familienunternehmen ihre weitreihende Expertise im Bereich technischer Hygiene anbietet.

Mit 6 Niederlassungen und über 60 Mitarbeitern sorgt die Firma für eine unbedenkliche Luftqualität in gewerblichen Gebäuden sowie die umfassende Erfüllung der Rechtssicherheit in der Betreiberverantwortung. Der Leistungsumfang beinhaltet u.a. für die RLT-Anlagen die Hygieneinspektion und Gefährdungsbeurteilung gem. VDI 6022 sowie die Luftkanalreinigung und Lüftungsreinigung als Hygienemaßnahmen.

Marco Vaudlet ist Geschäftsführer und Inhaber der HTM GmbH & Co. KG, die er nach seiner Ausbildung zum Heizungs- und Lüftungsbauer im Jahr 2000 gründete. Aufgrund seiner zwei Jahrzehnte langen Erfahrung in den Bereichen Wartung, Management und Digitalisierung denkt er die Wert-Erhaltung von Gebäudetechnischen Anlagen neu.

Christophe Lucereau spricht mit Marco Vaudlet über die Bedeutung von "technischer Hygiene und Energieoptimierung" für Unternehmen, Industrie, Hotels, Gesundheitswesen und öffentliche Gebäude.


Das Interview

Marco Vaudlet: 
Christophe, wir kennen uns jetzt schon einige Jahre und arbeiten erfolgreich zusammen. Danke, dass du dir heute die Zeit genommen hast, dass wir das Thema "technische Hygiene" bzw. "Optimierung von RLT Anlagen" zusammen diskutieren.

Christophe Lucereau: 
Ja Marco, sehr gerne. Wir vertreten bei diesem Thema ja die gleichen Interessen und haben die gleichen Ziele. Wir wollen die Bedeutung des Themas "Optimierung von RLT-Anlagen" in die Köpfe der Menschen bringen und sie für das Thema sensibilisieren.

Marco Vaudlet:
Kommen wir gleich mal zum Kern des Themas, was ist aus deiner Sicht der wichtigste Aspekt bei der "Optimierung der RLT-Anlagen"?

Christophe Lucereau:
Der wichtigste Aspekt ist das Bewusstsein der Verantwortlichen und Entscheider, die für diese Technik verantwortlich sind.
Wir bei Igienair stellen immer wieder fest, dass der Fokus der Aufmerksamkeit sich auf einen störungsfreien Betrieb bezieht. Dabei wird gerne außer Acht gelassen, dass die Einhaltung der hygienischen Anforderungen genauso zu einem unbedenklichen Betrieb dazu gehören.
Bereits bei der Planung einer RLT-Anlage sollten sich die Unternehmen mit dem späteren unbedenklichen Betrieb der Anlage auseinandersetzen. Dazu gehört zwingend die ganzheitliche Umsetzung der VDI 6022 sowie VDMA 24186, in der Planung, im Bau und in der Errichtung. Durch diese Abfolge ist die Grundlage gegeben, den Regelbetrieb der Anlage ebenfalls nach der VDI 6022 stattfinden zu lassen.
Welche Wartungsinvervalle sind einzuhalten und zu welchen Kosten? Welche Schwachstellen hat die geplante Anlage? Welcher Mehrwert entsteht für die Nutzer? Je früher sich ein Unternehmen mit dem Betrieb der Anlage und den notwendigen Prozessen und Strukturen auseinander setzt, umso besser kann die RLT-Anlage im späteren Betrieb optimiert werden, hygienisch, energetisch und vor allem kostentechnisch.

Marco Vaudlet:
Willst du damit sagen, dass die Unternehmen sich sehr viel mit der Investition in eine RLT-Anlage beschäftigen, aber sehr wenig mit deren Betriebskosten?

Christophe Lucereau:
Ich würde das nicht so extrem sagen, aber wir sehen heute, dass sich die Unternehmen mehr mit der Total Cost of Ownership (TCO) auseinander setzen sollten, da die technischen und die gesetzlichen Anforderungen immer komplexer werden und das die Kosten, insbesondere die Betriebskosten / Energieaufwendungen, in die Höhe treibt.

Marco Vaudlet:
Das heißt also konkret: Augen auf bei jeder RLT-Anlage und frühzeitig die Betriebskosten im Blick haben. Aus deiner Erfahrung, wie geht man dabei am besten vor?

Christophe Lucereau:
Allen Unternehmen, die die Neuinstallation einer RLT-Anlage planen, würde ich raten bereits in der Planungsphase Hygiene- und Wartungsexperten mit an den Tisch zu nehmen, um die Anlage ganzheitlich zu betrachten und schon sehr früh die Betriebskosten im Blick zu haben.
Danach ist der Prozess eigentlich ganz klar. Mit den Hygiene- und Wartungsexperten für RLT-Anlagen erstellt ein Unternehmen einen Wartungsplan, der die Elemente Inspektion , Gutachten, Reinigung & Desinfektion und Instandsetzung & Sanierung enthält. Als Startimpuls für den unbedenklichen Betrieb ist die Hygieneerstinspektion und Hygieneinspektion gem. DVI 6022 eine verpflichtende Orientierung, um den konstruktiven physikalischen und mikrobiologischen Zustand zu bewerten und ggf. vor dem Regelbetrieb zu optimieren.

Marco Vaudlet:
Was kann passieren, wenn man das nicht tut?

Christophe Lucereau:
Naja, da hattes du in deinem letzten Blog  Wartung aus der Energiespar-Sicht (htm-shop.de) ein nettes kleines Beispiel, wo ein Sensor, der wahrscheinlich ca. 25,- € kostet, ausfällt, dadurch ein Ventilator 18 Monate lang durchläuft und das zu unnötigen Kosten von über 200.000 ,- € führt. Und so könnte ich auch noch viele Beispiele nennen.

Marco Vaudlet:
Ja, wir waren auch geschockt, als wir diesen Fehler beim Kunden identifiziert hatten. Danach hat er sofort darauf gedrängt, seinen Wartungsplan zu überarbeiten und ist sehr weit unseren Empfehlungen zur Optimierung gefolgt.  Wir haben immer wieder die Herausforderungen, dass Unternehmen, die große RLT-Anlagen betreiben, überhaupt nicht alle Vorteile von effizienter Wartung sehen. Es werden immer die Kosten für die Wartung gesehen, aber die Werte oder Vorteile, die aus einer regelmäßigen Wartung entstehen können, die sehen die Unternehmen zu wenig und nicht ganzheitlich.

Christophe Lucereau:
Das stimmt, neben dem eben genannten kleinen Beispiel gibt es noch mehr Vorteile, die ich hier nochmal zusammenfassen möchte. Da sind die genannten ökonomischen Vorteile, geringere Kosten durch weniger Verschleiß und weniger Störungen. Dann sind da die hygienischen Effekte, d.h. Sauberkeit und gute Luftqualität führen zu gesünderen Mitarbeitern und Kunden. Dann die Sicherheitseffekte, durch Brandschutzvorsorge keine Betriebsausfälle und letztlich die ökologischen Effekte durch längere und nachhaltige Nutzung der RLT-Anlage. Gleichzeitig wird die gesetzliche Betreiberverantwortung und Verpflichtung erfüllt. Alles in Allem führt das dazu, dass mittel- bis langfristig die Einsparungen durch regelmäßige Wartung und Hygienereinigung höher sein können, als die Wartungs- und Energiekosten. Das ist ein Effekt, den die Verantwortlichen und Betreiber von RLT-Anlagen stärker berücksichtigen sollten.

Marco Vaudlet:
Und damit sind wir wieder am Anfang unseres Gespräches. Es ist einfach sehr wichtig, dass es uns und unseren Verbänden gelingt, den Betreibern, Entscheider und Verantwortlichen von RLT-Anlagen klar zu machen, dass das Thema "technische Hygiene" bzw. "Optimierung von RLT Anlagen" nicht nur ein unangenehmer Kostenfaktor ist, sondern dass dahinter Einsparungspotentiale schlummern, die wirklich relevant sind und die Kosten der Wartung übersteigen können. Diese wichtige Botschaft werden wir gemeinsam weiter zu unseren Kunden tragen und sie mit den Ergebnissen begeistern.

Recht herzlichen Dank, Christophe, danke für deine Zeit und deinen Beitrag, wir werden weiter gemeinsam über Luft reden!


Der Autor
Marco Vaudlet ist Geschäftsführer und Inhaber bei der HTM. Nach seiner Ausbildung als Heizungs- un Lüftungsbauer gründetete er im Jahr 2000 die HTM GmbH & Co. KG. Aufgrund seiner zwei Jahrzehnte langen Erfahrung in den Bereichen Wartung, Management und Digitalisierung denkt Marco die Wert-Erhaltung von Gebäudetechnischen Anlagen neu. Dieses Thema ist, nicht nur in Pandemie-Zeiten, ein wichtiger Bestandteil von Mitarbeiterschutz, Qualitätsmanagement & Zertifizierung. Sein nachhaltiges Denken setzt er jeden Tag mit seinem Expertenteam zum Vorteil für die HTM Kunden um.